Selbstmassage – deine Liebeserklärung an dich!

Hast du auch manchmal so Phasen, in denen du dich selbst, deinen Körper, nicht gut wahrnimmst?

Fühlst du dich manchmal ein wenig verloren und/oder nimmst starken inneren Druck war?

Ich kenne das, vor allem als Jugendliche ging mir das sehr oft so. Wie ich mich aus dieser fehlenden Selbstwahrnehmung wieder lösen konnte, wusste ich damals nicht. Jedenfalls hatte ich rückblickend keinen sinnvollen Ansatz. Der Tinnitus dankt die laute Musik bis heute.

Dann kam das Yoga in mein Leben. Es schenkte mir von Beginn an viel innere Stabilität. Ich fand Halt in mir selbst – anfangs ein fast surreales Gefühl. Dieser innere Druck löste sich nun von Innen heraus und wurde nicht von Außen abgestellt oder unterdrückt. Damit kehrte zusätzlich zur inneren Stabilität, auch endlich eine Leichtigkeit in mein Leben ein, so wie ich sie sonst nur aus Kindertagen in Erinnerung hatte.

Während der Ausbildung zur Yogalehrerin bekam ich auch in die Welt des Ayurveda Einblicke.

Unter anderem lernten wir die Abhyanga, eine ayurvedische Ganzkörpermassage, an uns selbst durchzuführen.

Das warme Öl, die Stille, die bewussten Bewegungen – diese Massage ist für mich pure Selbstwertschätzung.

Ein bis zweimal in der Woche gönne ich mir diese kleine Auszeit. Mal dauert die Massage 10 Minuten, mal eine Stunde, je nach Zeit und persönlichem Wohlbefinden. Natürlich kannst du auch einen Ayurveda-Therapeuten besuchen und dich dort massieren lassen.

Zusätzlich zum Yoga, ist dies eine meiner wertvollsten Ressourcen um Ruhe & Entspannung zu finden. Probleme, mich selbst wahrzunehmen oder inneren Druck zu lösen, sind passé. Auch mein Tinnitus wird leiser, dieser hängt tatsächlich (neben zu lauter Musik) auch oft mit Stress und innerer Anspannung zusammen.

Was ist Abhyanga?

abhyanga

Wörtlich übersetzt bedeutet Abhyanga „Einsalbung“

Die Abhyanga ist eine Massage im Ayurveda. Sie folgt einem bestimmten Ablauf und umfasst verschiedene Massagetechniken, wie beispielsweise Kopfeinsalbung, Kopfmassage, Druckmassage, sanfte Ausstreichungen und Fußmassage.

Sie ist eine der bekanntesten ayurvedischen Massagen und auch in der Ayurveda-Medizin Bestandteil und/oder vorbereitende Maßnahme für weitere Behandlungen. 

Du massierst das Massageöl in deinen Körper ein, entspannst dich & belässt es dort für einige Zeit. Eine anschließende Dusche löst überschüssiges Öl von deinem Körper.

Wie wirkt die Selbstmassage?

Auf Ebene der Doshas wirkt die Abhyanga vor allem Vata-reduzierend: Die Öle erden, steigern Kapha und reduzieren Stress. Es heißt, je mehr körperlichen oder geistigen Stress, je mehr Öl solltest du verwenden und öfter massieren. Die regelmäßige Massage sorgt für Ausgeglichenheit und Entspannung. Schon Babys berühren sich selbst zur Beruhigung. 

In der ayurvedischen Literatur sind folgende weitere Wirkungen beschrieben:

  • fördert den Schlaf
  • stärkt Knochen & Gelenke sowie Organe
  • beseitigt steife Glieder
  • wirkt harmonisierend auf das Gemüt
  • fördert die Selbstwahrnehmung
  • stärkt das Immunsystem
  • wirkt verjüngend
  • löst körperliche & emotionale Anspannung
  • regt das Lymphsystem an
  • löst Schlacken (Ama) 

Übrigens, wenn du wie ich oft kalte Füße hast, hier mein persönlicher Tipp:
Massiere sie vor dem Schlafen gehen mit warmen Sesamöl und ziehe anschließend Socken drüber. 

„Es ist besser, regelmäßig den Ölmann zu bezahlen als große Summen an den Arzt abzuliefern.“

indisches Sprichwort

Welche Öle kann ich verwenden?

Wenn du sofort anfangen möchtest: Nimm einfach, was du im Küchenschrank hast!

Je nach Konstitution ist ein anderes Öl empfehlenswert.

Möchtest du Vata ausgleichen (von Unstetigkeit zur Ruhe kommen und kalten Händen & Füßen vorbeugen), wähle für den Körper Sesam-, Oliven- oder Mandelöl. Wenn dein Vata stark erhöht ist sind diese Öle auch für den Kopf geeignet.

Möchtest du Pitta ausgleichen (du fühlst dich überhitzt bzw. dir ist generell eher warm), dann wähle zum Beispiel Sonnenblumenöl eine andere Möglichkeit ist sanftes Mandelöl.

Möchtest du Kapha ausgleichen (du fühlst dich schwer & träge), dann wähle zum Beispiel Mandelöl. Sei in diesem Fall besonders achtsam, ob dir die Massage überhaupt gut tut, da ölige Anwendungen Kapha weiter stärken. Alternativ kannst du die Garshan-Massage wählen, eine Trockenmassage mit Handschuhen aus Rohseide. Sie regt den Kreislauf an und mehr über diese Massage werde ich noch in einem separaten Artikel schreiben.

In der ayurvedischen Pharmakologie gibt es eine Vielzahl an speziellen Ölen, die lange verkocht und mit Kräutern und Gewürzen angereichert werden. Der Ayurveda-Therapeut deines Vertrauens kann dir das für dich passende Öl anhand deiner individuellen Konstitution empfehlen. 

Die Vorbereitung

Meine Hand ist Gott. Grenzenlos glückselig ist meine Hand. Diese Hand bewahrt alle Geheimnisse, die ganz machen mit ihrer sanften Berührung.“

– Rig Veda

Wie das obrige Zitat schon zeigt:

Begegne dir mit Liebe, Sanftmut & Herzlichkeit.

Husche nicht durch den Ablauf unter Stress, sondern nimm dir ganz bewusst die Zeit für dich.

Bereite dir deinen Raum so vor, dass du dich richtig wohl fühlst:

  • heize gut ein
  • bereite das Wasserbad vor um das Öl anzuwärmen
  • habe Badeschlappen oder eine rutschfeste Unterlage parat.

Wenn du magst, richte dir noch etwas Rosenwasser zur Entspannung deiner Augen, zünde Kerzen an oder versprühe einen angenehmen Duft – schaffe dir so deine persönliche Wellnessoase.

Wähle den richtigen Zeitpunkt:

Am besten massierst du dich direkt morgens .

Easy Alltagstipp:

Erwärme drei Esslöffel Öl Deiner Wahl, massiere dich, putze anschließend die Zähne bzw beschäftige dich kurz anderweitig und gehe anschließend möglichst warm duschen.. 

Du wirst mit einem wundervollen, sanften, geschmeidigen und weichen Hautgefühl belohnt.

Anleitung für die Selbstmassage

massage

Wenn du den Kopf mit massieren möchtest, trage zuerst etwas Kopföl auf deinen Scheitel auf.  Anschließend verteilst du etwas Körperöl auf Bauchnabel, Hand- & Fußflächen.

Atme vor der Massage noch einmal ganz bewusst tief ein und aus.

Kopf:

Massiere, ähnlich wie beim Haare shampoonieren, deine Kopfhaut mit kleinen kreisenden Bewegungen vom Scheitel zur Seite. 

Gesicht:

Massiere von der Mitte deiner Stirn in kreisenden Bewegungen nach außen, und führe diese über das ganze Gesicht aus. Verweile in den äußeren Augenwinkeln, dem Punkt zwischen Nase und Oberlippe, sowie am Kinn etwas länger.

Streiche anschließend dein ganzes Gesicht von der Mitte her aus und ende mit einem sanften Ausstreichen vom linken zum rechten Unterkiefer und umgekehrt.

Abschließend massierst du die Ohrmuschel zwischen zwei Fingern. 

Hals:

Bringe die Hände vom Unterkiefer aus zum Nacken und streiche deinen Hals drei bis vier Mal hinauf und hinab.

Oberkörper:

Verteile das Öl im Uhrzeigersinn mit deiner flachen Hand auf deinem Bauch.

Danach streichst du mit deinen Händen vom Bauch aus 9x über die eine Seite von Brust, Schultern, Arme und Finger und anschließend genauso über die andere Seite.

Hüften:

Massiere deine Hüften mit beiden Händen in großen Kreisen. 

Beine:

Beginne von den Hüften aus mit beiden Händen, ein Bein über Oberschenkel, Unterschenkel bis zu den Füßen & Zehen hin, auszustreichen. Der Druck sollte gut spürbar sein. Wiederhole und wechsle anschließend die Seite.

Füße:

Massiere die Oberseite deines Fußes, deine Fußsohle in kleinen Kreisen, jeden Zeh und auch den Raum zwischen den Zehen.

Gelenke:

Massiere von den Schultern ausgehend alle Gelenke in kreisender Bewegung. Streiche auch immer wieder aus. Beachte auch die feinen Gelenke der Finger & Zehen.

Wenn du damit fertig bist, kommt zum Abschluss noch einmal Ausstreichen:

Führe noch einmal große Streichbewegungen von Bauch über Brust, Arme, Hände über Oberschenkel, Unterschenkel bis zu den Zehen hin aus. 

Entspannungsphase:

  • packe dich gut in einen Bademantel, dickes Handtuch o.ä. ein, sodass du nicht auskühlst
  • wenn du möchtest, lege dir auf die Augen zwei mit Rosenwasser getränkte (Baumwolll) Pads
  • dusche anschließend warm
  • IM ALLTAG: einfach kurz in den Bademantel, Zähneputzen und anschließend duschen =) dauert maximal 10 Minuten und tut total gut.

Und nicht vergessen:
Trinke viel und gönne dir an dem Tag noch ein bisschen Ruhe.

Meine persönlichen Tipps

  • Auch wenn dir die schriftliche Anleitung Sicherheit gibt, folge deiner Intuition:
    Wo massierst du kleine & wo große Kreise?
    Wofür möchtest du dir heute besonders viel Zeit nehmen?
    Wo benötigst du mehr Druck und wo sanfte Bewegungen?
  • nimm dir immer Öl nach. Lege einfach ein Handtuch unter, sodass es dich nicht stört, wenn Öl herunter tropft.
  • wenn der Raum nicht super warm geheizt ist, nimm dir ein paar dicke Socken und eine Decke für die Entspannung. 
  • Teilmassagen sind super. Gerade die Gesichts- oder Fußmassage mache ich auch gern mal zwischendurch.
  • Ich persönlich höre bei der Massage keine Musik. Die Wahrnehmung von mir Selbst als auch Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Wahrnehmung auf die sich lösenden Emotionen zu legen reicht mir als Input.

Wann sollte ich auf Abhyanga lieber verzichten?

  • direkt nach dem Essen
  • bei Fieber
  • leichte Kapha-bedingten Beschwerden wie verschleimter Erkältung, lieber pausieren
  • starken Kapha-bedingten Beschwerden wie Fettleibigkeiten oder Diabetes nur mit Absprache eines Ayurveda-Therapeuten / Mediziners

Fazit

Abhyanga ist eine Massage, die verschiedene Massagetechniken wie beispielsweise Kopfmassage, Druckmassage und Fußmassage, kombiniert.  Vom Baby bis zum Senioren kann fast jeder diese Massage durchführen bzw. durchführen lassen.

Es ist eine Liebeserklärung an dich selbst!

Du stärkst nicht nur Knochen und Gewebe, sondern auch deine Selbstwahrnehmung und gleichst emotionale Schwankungen aus.

Wenn du auf der Suche nach Ölen bist, kannst du mir auch gerne schreiben.

Und jetzt wünsche ich Dir ganz viel Spass und Wohlfühlen beim Ausprobieren. 

Schreib mir gerne dein Feedback, ich bin gespannt!

Alles Liebe
Lisa

Über mich

Hallo, Ich heiße Lisa. Ganzheitliche Frauengesundheit bedeutet für mich, dich darin zu begleiten deinen Körper & seine Signale zu verstehen.

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